Oktoberfest-Frühschoppen in Ankum

Lange Nacht – kurzer Morgen

Ankum. Es ist ein typisch deutscher Brauch, dass am Tag nach einem großen Fest ein Frühschoppen stattfindet. Da macht die Oktoberfestparty in Ankum keine Ausnahme. Dort musste der Wechsel flott über die Bühne gehen.

Nach der Zeitumstellung dauerte es nämlich nicht mehr lange, bis der Sonntagmorgen anbrach und die letzten Partygäste das Bayernzelt auf dem zentralen neuen Markt verlassen hatten, bevor fleißige Helfer beginnen konnten, den Frühschoppen vorzubereiten.

Während in der langen Nacht jüngere Gäste Partylaune in Dirndl und Lederhose an oder gar auf den langen Tischreihen auslebten, ging es beim Frühschoppen, optisch gesehen, doch etwas bodenständiger zu. Der Altersdurchschnitt lag bei den Junggebliebenen deutlich höher, und der Anteil der bayrischen Kostümierungen fiel wesentlich niedriger aus.

Diese Beobachtung konnte aber der Stimmung und somit der gesamten Atmosphäre keinerlei Abbruch zufügen. Schon wenige Minuten nach dem Einlass war das blau-weiß geschmückte Zelt wieder voll besetzt, und mit zufriedener Miene konnte Theo Dückinghaus vom Oktoberfestclub viele Gäste begrüßen.
Mittags bleibt die Küche kalt

Danach ging es dann Schlag auf Schlag. Bürgermeister Detert Brummer-Bange ließ es sich nicht nehmen, den obligatorischen Fassanstich vorzunehmen, auch wenn er dazu mit vier Schlägen einen mehr als sein Stellvertreter Klaus Menke am Vorabend benötigte. Danach floß der Gerstensaft in die Maßkrüge und sowohl gestandene Mannsbilder als auch die weiblichen Besucher genossen bei den einheizenden Melodien von „Erichs fröhlichen Musikanten“ eine ausgelassene Stimmung.

An Mittagessen zu Hause war nicht zu denken. Niemand blickte auf die Uhr. Alle genossen mit Freunden die ausgelassene Atmosphäre. Dazu gab es deftige bayrische Spezialitäten wie Weißwurst und Leberkäse. Als absoluter Favorit stellte sich deftiges Schweinefleisch mit Püree und Sauerkraut heraus, das als passende Grundlage für weitere Bierbestellungen betrachtet wurde.

Ein akustisches Dessert ließ sich der gesamte Oktoberfestclub nicht nehmen. Mit Unterstützung der „Gaudimusi“ intonierten die Mad’ln und Buam ihre Oktoberfesthymne „Wenn ich träume“ und leisteten damit ihren Beitrag zur Stimmung im Zelt.

Die Damen des Oktoberfestclubs verteilten an die Gäste fleißig Listen mit Musiktiteln zur Auswahl. Am Ende des Frühschoppens wurde somit ein Wunschkonzert der letzte Höhepunkt, der die Freude an der gelungenen Veranstaltung noch einmal in ungeahnte Höhen schnellen ließ.

 

Artikel: Siegfried Wistuba (Neue Osnabrücker Zeitung - NOZ) / Bilder: Siegfried Wistuba