Do legst di nieda: Welch ein Ankumer Oktoberfest!

Ankum ist es, die Hartlager sind es, Maria und Kurt Berens, das Paulaner und natürlich der Oktoberfestclub. Eine zehnjährige Geschichte schreibt heuer das Ankumer Oktoberfest und das Jubiläumsfest war schlichtweg grandios. Kein Video hätte es einfangen können und Worte reichen keineswegs. Trotzdem muss darüber natürlich geschrieben werden. Wenn am Ende auch übrig bleibt, dabei sein hätte man halt müssen.

Los ging es wie stets pünktlich. Mit dem Schützenmusikkorps Hartlage-Lulle und einem Marsch zog der Ankumer Oktoberfestclub (AOC) ins Zelt. Theo Dückinghaus, der AOC-Chef sagte einige Worte zur Begrüßung und vielen Unterstützern dankend, Ankums Bürgermeister tat es ihm gleich und auch der Vertreter der Paulaner Brauerei, Wolfgang Behrens ließ sich solche Begrüßungsworte nicht nehmen.

Danach brauchte es selbstverständlich und gebührlich einen Fassanstich. Zwei Schläge benötigte Bürgermeister Detert Brummer-Bange im vergangenen Jahr, einen Schlag im Jahr zuvor. Diesmal deren drei. Wenn es zur Serie wird, braucht er im nächsten Jahr vier, dann fünf und in zehn Jahren wohl besser einen Schlagautomaten.

Sodann geschah wieder das, was es so wohl nur in Ankum gibt. Die Hüttenstürmer kamen auf die Bühne, gaben einen kurzen musikalischen Startschuss und schon explodierte die Stimmung. Wie von einer Tarantel gestochen oder so als habe man ein Jahr lang nur auf diesen Moment gewartet, entwickelten die rund 1.500 Gäste spontan eine regelrechte Festartistik. Sie schunkelten, standen oder hüpften auf den Bänken, und Minuten später zog bereits die erste Polonaise durch das Zelt. Einfacher kann man einer Truppe, wie die Hüttenstürmer eine sind, den Start ins Fest wohl nicht erleichtern. Obgleich gewiss notiert sein will, dass die Hütterstürmer es auch anderweitig spielend (wie auch sonst) geschafft hätten. Doch in der Partygemeinde Ankum ist ein besonderes Oktoberfeststartbemühen tatsächlich entbehrlich.

Bald darauf begann der AOC mit den Spezialitäten des Jubiläumfestes. Eine Tombola war versprochen, die Eintrittskarten trugen die Losnummern und wer eine Eintrittskarte ergattern konnte, war natürlich auch anwesend. Eine junge Dame, welche an diesem Tag ihren gewiss noch jugendlichen Geburtstag feiern konnte, wurde zur Glücksbringerin. Dabei brachte sie es tatsächlich fertig, die Frauenquote bei exakt 100 Prozent einzurichten. Die Gewinnerinnen durften Karten und Sonstiges für einen Besuch des Musicals “König der Löwen”, ein Fernsehgerät oder einen Reisegutschein entgegen nehmen. Für die Glücksfee gab es nebst Dankschön einen Blumenstrauß. Weiter ging es sogleich wieder mit den Hüttenstürmer, wobei der stellvertretende AOC-Chef Christoph Athmer zur Unterstützung der Musikgruppe gekonnt trompetete.

Einen ganz besonderen Höhepunkt bot ein “Hans Entertaiment” Imitat. Uli Steffen schlüfte in diese Rolle, passend gewandet und mit Sonnenbrille, und er wurde reizvoll umgarnt von drei jungen Damen aus nachbarschaftlichen Gefilden, die sehr leicht beschürzt, aber ebenso gekonnt wie hautnah, um ihn herum glitten. Nicht geklärt blieb bis zum Schluß der Showeinlage, ob der Gesang des Herren oder das galante Auftreten der Damen für das umgehend auftretende Gedränge am Bühnenrand sorgten.

Weiterer besonderer Showeinlagen bedurfte es dann nicht mehr. Von den Hüttenstürmern in bester Weise befeuert, genossen die Gäste noch lange Zeit die ausgelassene und mehr als gut gelaunte Feststimmung, auch die zugereichten Leckereien oder den Fluss eines güldenen Getränks aus dem nun so nah erscheinenden Bayernland. Unverändert blieb das Mitmachen jeglicher Festartistik, die Hüttenstürmer konnten gar nicht genug Ideen oder Gesangsstücke aufbieten, um die Gästeschar zu ermüden.

Zum Schluß sei ein Fazit geliehen, welches ein Gast nach dem Fest zog und als Kommentar zu den Oktoberfestbildern schrieb: “War wie immer eine Mega-Gaudi. Bis zum nächsten Jahr!” Anzufügen ist: Viel mehr Oktoberfest geht auch nicht.

Bericht:  www.ankum.info / Bilder: Franz Raschke