Ankum-Online.de am 25.10.11

Ankums HFC baut an einem norddeutschen Oktoberfest-Superlativ

Welch ein Jubiläum! - Schon nach 30 Minuten bebte das Zelt – Hartlager Schützenmusikkorps und „Bayern-Stürmer“ grandios – Und:  Ankums „Bürgermeister der Herzen“ kann es doch!

Das perfekte Miteinander: Das Schützenmusikkorps Hartlage-Lulle und das Ankumer Oktoberfest

Ankum. 1000 Gäste im 1000 m² Zelt und wieder geschätzte 999 Dirndl und Lederhosen überall:  Den Jungs und Mädels vom Hartlager FC ging diesmal schon ein wenig „der Bammel“, aber es brauchte wieder nur eine sehr kurze Zeit, bis das Oktoberfest neuerlich „Kopf stand“ und Ankum weiß-blauer denn je in eine ausgelassen vergnügliche Party-Nacht startete.
Und er kann es doch: Ankums Bürgermeister Ferdinand Borgmann beim Faß-Anstich

Ein wenig besorgt war vorab auch Ankums Bürgermeister Ferdinand Borgmann, nachdem er beim Fass-Anstich im vergangenen Jahr – mehr oder weniger verzeihlich - fast den kompletten Saal im Ankumer Gasthaus Düker flutete.

Nun aber hatte der Hartlager Fanclub vorgesorgt, es gab jetzt ein wirklich großes Zelt mit einem bierdurchlässigen Zeltboden, viele Tipps, zwei Assistenten, ein passendes Hahn-Set und dazu noch eine im hübschen Plog-Rot gefasste Schürze.

Nötig war all diese Vorsorge jedoch nicht, denn Borgmann – mit tosendem Applaus als „Ankums Bürgermeister der Herzen“ begrüßt -  brauchte diesjährig nur 2 bis 4 Schläge mit dem Holzhammer, um das Original Paulaner Fass seiner eigentlichen Bestimmung zu überführen. Er kann es eben doch,  und dafür gab es dann gleich auch eine Urkunde, die ihn „in Ehrfurcht vor seinen Anstechtechniken“ als ersten „Ehren-Oktoberfest-Bierfassanstecher“ auszeichnet. Dem Vernehmen nach eine Auszeichnung, die noch einige bierlaunige Folgen haben könnte.Dirndl oder Lederhose waren in Ankum nicht Pflicht, aber fast tausendfach vertreten

Gleich darauf erhob Sascha Wolke seine Dirigentenhand und das in Ankum quasi seit ewigen Zeiten „heimische“ Schützenmusikkorps Hartlage-Lulle erfüllte das Zelt fast komplett mit dem ihm so eigenen Big-Band-Sound, mancher Polka, mit Märschen und Oktoberfest-Schlagern.

Nur hinten, also ganz weit hinten im Zelt, kam dieser Sound so recht nicht an. Weil es technische Probleme mit dem Ton gab,  aber vielleicht auch, weil vorne, also ganz vorne, schon nach einer guten halben Stunde die Party tobte. Dabei waren es wieder die aus Gehrden bei Hannover angereisten Feuerwehrleute – im vergangenen Oktoberfestjahr bereits von Herzen zu Ankumern 2. Grades gekürt – die von Beginn an für den nötigen Schwung sorgten. Aus dem Harz kamen die "Bayern-Stürmer" als stimmungsvolle Oktoberfest-ProfisKlar, dass sich da die vielen weiteren Gäste aus Ankum, dem weitem Umkreis und dem Emsland, nicht lange bitten ließen und Jung und Alt praktisch ab sofort bestens gelaunt die Tanzbeine schwangen.

Dann, rund 1 Stunde später, legte Sascha Wolke seinen Dirigentenstab für eine Pause nieder. Doch kein Gedanke an eine Lücke im tosenden Festtreiben. Von Null auf Nix übernahmen nun die Bayern-Stürmer aus dem Harzer Bergland die Bühne und begeisterten mit einem Show- Programm, das an den Bühnengrenzen längst nicht endete.
"Habe Finger": Mit der Socke auf dem Kopf spielt Bayern-Stürmer Jürgen Westendorf notfalls auch per pedesDas handfest norddeutsche Oktoberfest- Spektakel setzte sich auf den Tischen zwischen den rund 1000 Gästen fort und es war ein Highlight, als der Bayern-Stürmer Jürgen Westendorf eine Socke auf den Hut verlegte und das Blasinstrument – „Habe Finger“  – mit dem Fuß in die rechte Tonlage brachte.

Danach teilten sich die Hartlager Schützenfest- Experten mit den Bayern-Stürmern die Bühne und es war nicht immer auszumachen, wer denn nun noch zu welcher Truppe zählt.Das Schützenmusikkorps Hartlage-Lulle: Ein Stimmungsgarant mit einem unverwechselbaren Big-Band-Sound
Hand in Hand, oder Trompete bei Posaune, bereiteten beide Bands eine musikalische Oktoberfest-Gaudi, die Ankum gleichsam noch nicht erlebte. Mitunter schien es gar so, als ob der reichlich eingeplante Tanzplatz am Bühnenrand, oder das Zelt selbst sogar, für dieses gewaltige Fest immer noch viel zu klein war. Erst weit nach Mitternacht wurde es wieder „luftiger“ zwischen den Zeltwänden.

Die perfekte Abrundung des Ganzen schafften übrigens – das ist noch unbedingt zu bemerken - der Dinklager Zeltbetrieb Beckmann mit einem überall verfügbaren Kellnerteam und die Ankumer Fleischerei von Höne, die manche bayerische Leckerei an den Tischen verteilte.
Viele der tausend Gäste nutzen jeden Zentimeter für eine Tanzparty mit allerbester Feierlaune
Dem ehrenamtlich tätigen Hartlager Fanclub Ankum (HFC) selbst gebührt für dieses Fest derweil ein mächtiges Schulterklopfen:

Seine Idee, immer für einen guten Zweck zu feiern, gemeinsam mit den musikalischen Schützen aus Hartlage-Lulle, startete der Club vor nunmehr 5 Jahren im Landhotel Schmidt (200 Gäste feierten mit) und er fand dann eine gute Stätte für das Ankumer Oktoberfest im Gasthof Düker. In den Jahren danach wuchs die Begeisterung für die bayerisch geprägte Gaudi stetig, die Kartennachfrage stieg gewaltig an, und nur weil für das erste Jubiläum nun viel mehr Platz gebraucht wurde, verabschiedete sich der Hartlager-Fanclub mit seinem Ankumer Oktoberfest schweren Herzens aus dem Gasthof.  Dafür brauchte es auch etwas Mut, denn ein Fest in einem 1000 m² – Zelt stellt man nicht einfach so auf die Beine.

Spätestens seit dem 22. Oktober 2011 hält der Hartlager-Fanclub Ankum mit seinem Oktoberfest nun ein prächtiges Aushängeschild Ankumer Gastlichkeit und Festfreude in den Händen. Der Bürgermeister der Gemeinde Ankum sprach dem HFC-Ankum hierfür seinen Dank und einen großen Respekt vor dem lebendigen Engagement aus.

Der Festerlös kommt im Jubiläumsjahr dem Ankumer Mädel Sarah Fahrner für eine dringend gebrauchte Delphin-Therapie sowie der von der Ankumer Ärztin Dr. Mechthild Wortmann mitgetragenen, international tätigen Hilfsorganisation „Humedica“ zugute.