Ankum-Online.de am 25.10.10

Hütte voll und waschechte weiß-blaue Riesen-Gaudi beim vierten Ankumer Oktoberfest

Premiere für Hartlager Dirigent Thomas Niemann  - Hartlager-Fanclub Ankum hilft Rosa und anderen – Eine Ankumer Flagge zieht nach Gehrden

Ankum. Meine lieben Herren vom Bierverlag, so geht es freilich nicht! Denn gäbe es im hiesigen Gasthaussaal Düker einen Orchestergraben, so hätte Ankums Bürgermeister Ferdinand Borgmann diesen gleich zu Beginn des wieder grandiosen Ankumer Oktoberfestes per Fassanstich komplett geflutet.
Wertvolles Gebräu strömt in den Saal. Mitorganisator Thomas Oeverhaus (rechts) entlastete den Bürgermeister: "Selbst ein Nobelpreisträger Technik hätte mit diesem Hahn nicht anständig anzapfen können".Tatsächlich aber stand das original Paulaner Fass am Samstagabend glücklich auf der Orchesterebene und eine tiefstehende Wanne fing die gröbsten Biermengen auf, als der Bürgermeister den vom Bierverlag beigefügten und viel zu kleinen Hahn mit gefühlten 100 Schlägen ins hölzerne Rund trieb. Gleich drauf trugen Helfer des Hartlager Fanclubs das nun arg leck gewordene Fass eiligst aus dem Saal.

Vorab dieser Vergeudung des wertvollen Gebräus dankte Borgmann dem Hartlager-Fanclub Ankum und dem Schützenmusikkorps Hartlage-Lulle für die Bereitung des Festes, welches mittlerweile Freunde der bayerisch geprägten Gaudi selbst aus weit entfernten Regionen in den hiesigen Erholungsort lockt und welches am vergangenen Samstagabend mit einigen Premieren aufwartete.
Feierte seine Premiere als Dirigent des Schützenmusikkorps Hartlage-Lulle vor der innigsten Fangemeinde: Thomas Niemann aus OsnabrückSolch eine Premiere feierte zunächst Thomas Niemann aus Osnabrück als neuer Dirigent des in seiner Art einzigartigen Schützenmusikkorps Hartlage-Lulle. Beim 4. Ankumer Oktoberfest stand er nicht nur erstmals offiziell dirigierend vor dem Orchester mit dem unverwechselbaren Big-Band-Sound, er trat sein neues Amt auch gleich vor der wohl innigsten und spritzigsten Fangemeinde der Hartlager an. Und diese Gemeinde machte ihm den Einstand mit dem oft wiederholten Singen der nirgends als in Ankum ertönenden Hymne auf das Schützenmusikkorps leicht.
Erhielten eine Ankumer Flagge mit besonderer Weihe: Mitglieder der Feuerwehr Gehrden

Als Gäste aus weit entlegenen Regionen begrüßte Thomas Oeverhaus als geübter Fanclub-Aktivist zunächst die zahlreich erschienenen Gäste aus ASIWA, die vielen „Spezialisten der Schweinever-edelung“ aus dem nordrhein- westfälischen Lüdinghausen und ganz besonderes die erneut zahlreich zugereisten Mitglieder der Feuerwehr Gehrden  (Region Hannover),denen an diesem Abend noch eine besondere Aufmerksamkeit zuteil werden sollte.

Feiern an den Tischen, auf den Tischen oder als Zulage auch einmal auf dem Boden. Ankums Oktoberfest bereitete wieder ein Stimmungsfeuerwerk.Vor dem entlang der Tische wieder zumeist in schönster bayerischer Kluft, Dirndl und Lederhosen, erschienenen Publikum verkündete Oeverhaus alsbald auch, für welchen guten Zweck der Erlös des Oktoberfestes – der guten Tradition treu – diesjährig  verwandt werden soll. Am Herzen liegt dem Hartlager Fanclub die Hilfe für die zweijährige und an Leukämie erkrankte Rosa aus Merzen, sowie für andere an Leukämie erkrankte Menschen. Mit dem Festerlös sollen viele weitere und vielleicht lebensrettende Knochenmark-Typisierungen ermöglicht werden.
Nach diesen Formalien und einem ersten Aufspielen der Musik, schritten die Vertreter des Hartlager- Fanclubs und Ankums Bürgermeister zu einem besonderen Akt. Denn die aus dem fernen Gehrden zum Oktoberfest angereisten Feuerwehrkameraden – allesamt erklärte Ankum-Liebhaber - baten schon vor Zeiten um die Übergabe einer Ankumer Flagge.
Hubertus aus Lüdingshausen hielt die Maß länger als alle Konkurrenten am ausgestreckten Arm

Im Trubel der weiß-blau geschmückten Gaudihalle vollzog nun der Bürgermeister seines Zeichens selbst, mittels Suppenkelle und hochkarätigen Wassers, die Weihe der sich schützend über die Feuerwehrleute spannenden Flagge Ankums. Die zugehörige Urkunde ernennt die Gehrdener zu „Ankumern 2. Grades“ und offeriert bei entsprechend Ankum zugetanenen Besuchen und Verzehr, die Vergabe des 1. Grades mittels Jahresfrist.
Jürgen Krüsselmann und Doris Hermann dirigierten als Mister und Miss Okoberfest 2010 das Schützenmusikkorps Hartlage-Lulle, Stefan "Fidel" Kempe moderierte.

Mit leckeren Schmankerl bayerischer Kost, dem Verteilen mancher Maß, zünftiger Musik, Gesängen, Schunkeln und Tänzen zwischen und auf den Tischen, geriet Ankums Oktoberfest dann sogleich wieder zu dem grandiosen Stimmungsspektakel, welches schon für sich allein den rasanten Ausverkauf aller Eintrittskarten erklärt.
Selbst in den Orchesterpausen sorgten Stimmungskanonen an den Tischen im Gasthaussaal immer wieder für eine ausgelassene Feierlaune, die vom im Hintergrund aktiven Team „acj musikland“ umgehend an alle Gäste weitergereicht wurde.
Das Schützenmusikkorps Hartlage-Lulle, nirgends als in Ankum mit einer Hymne begrüßt.

Als nächste Premiere des Ankumer Oktoberfestes suchten die Organisatoren den Meister im Maß-Halten, bei dem sich die Gäste aus ASIWA, Lüdinghausen und Gehrden spontan einen ebenso spannenden wie allseits umfeuerten Wettbewerb lieferten. Letztlich war es Hubertus aus Lüdinghausen, der den gefüllten Bierkrug am ausgestreckten Arm bis zur Aufgabe der Konkurrenten in die Höhe hielt.

Kurz vor dem Abschluss des offiziellen Festprogramms und auch erstmals, wählte eine Jury des Hartlager-Fanclubs – mehr oder weniger unabhängig – die Miss und den Mister Oktoberfestes. 2010.  Mithin sorgsam beurkundete Ehrentitel, die Doris Hermann und Jürgen Krüsselmann nun während der kommenden 12 Monate mit Stolz und Würde tragen dürfen.

Ganz getreu der Ankumer Oktoberfest-Tradition, je verbunden mit einer Spende für den guten Zweck und von „Fidel“ Kempe betreut, fanden sich danach noch einige Gäste als Dirigenten vor dem Schützenmusikkorps ein und sorgten im Verbund mit den wieder einzigartig aufspielenden Musikern für noch manche Stimmungswelle, bevor die Hartlager die musikalische Regie an das „acj musikland“-Team aus Ibbenbüren übergaben.

Das Ende des vierten und neuerlich grandiosen Ankumer Oktoberfestes stand damit aber noch längst nicht auf dem Programm...